Hilfsmittel- und Heilmittelrichtlinie wird erweitert

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat neue Verordnungen auf den Weg gebracht. Auch das Entlassmanagement der Kliniken kann davon betroffen sein.

 

Nadelstichverletzungen

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG, sieht unter anderem eine Regelung vor, helfende Personen, sogenannte Dritte, vor der Übertragung einer Infektionskrankheit zu schützen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Hilfsmittelrichtlinie entsprechend erweitert, die neue Regelung ist in Kraft getreten. Vorgesehen ist, dass Patient:innen, die sich grundsätzlich z. B. Insulin selber spritzen könnten, hierfür aber eine helfende Person benötigen, z. B. Angehörige, nicht verletzen bzw. infizieren sollten.

Jetzt dürfen die Vertragsärzte Sicherheitskanülen und Sicherheitsspritzen verordnen. Das sogenannte Recapping fällt weg.

Bestimmte Voraussetzungen sind hierbei jedoch vom Arzt zu beachten.

 

Podologie

Bisher durfte die Fußpflege nur beim diabetischen Fußsyndrom verordnet werden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann jedoch eine Verordnung auch für Patienten mit krankhaften Schädigungen am Fuß als Folge z. B. eines Querschnittsyndroms verordnet werden.

 

Videobehandlung

Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Ergotherapie, bestimmte Arten der Physiotherapie und Ernährungstherapie können aufgrund pandemiebedingter Corona-Sonderregelungen bis zum 31. Dezember 2021 als Videobehandlung erfolgen. Nun wird überlegt, ob diese telemedizinische Heilmittelbehandlung grundsätzlich angeboten werden kann.

Sobald die Beschlüsse zur Änderung der Heilmittel-Richtlinien für die vertragsärztliche Versorgung in Kraft getreten sind und auch der GKV-Spitzenverband mit den Organisationen der Heilmittelerbringer bundeseinheitliche Verträge geschlossen hat, wird der Weg hierfür frei gemacht. Allerdings muss hierfür das Bundesministerium für Gesundheit keine rechtlichen Einwände dagegen erheben. Da die Digitalisierung von allen Parteien gewollt ist, wird es hier sicherlich keine Einwände geben. Dennoch müssen wir hier noch abwarten.

Die Therapeut:in verständigt sich mit der Patientin bzw. dem Patienten darüber, ob Behandlungseinheiten auch per Video erbracht werden sollen. Für beide Seiten ist diese Möglichkeit freiwillig. Ein Wechsel zu einer Behandlung in Präsenz ist  jederzeit möglich. (G-BA Pressemitteilung vom 21.10.2021)