ePatientenakte auf Tablet, Smartphone …

Wie sagte noch unser Bundesgesundheitsminister Herr Spahn? Die ePatientenakte soll jeder haben und der Zugriff muss vom Tablet und Smarthphone aus möglich sein. Das hört sich doch super an. Daten austauschen mit dem Arzt, der Krankenkasse, dem Krankenhaus, der Reha-Klinik und dem Arbeitgeber, denn auch die eArbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird kommen. 

 

Datenschutz

Wie ist es mit dem Datenschutz denn so bestellt? Gesundheitsdaten sind besonders schützenswerte Daten. Niemanden geht es was an, was ein Patient vertrauensvoll mit dem Arzt austauschen möchte. Wäre ja noch schöner, dass diese Daten von anderen ausgelesen werden könnten. Womöglich noch von Anbietern auf dem freien Markt. Vielleicht schon mit konkreten Angeboten, wenn ich z.B. inkontinent bin? Oder der Arbeitgeber der erfährt, dass ich eine psychiatrische Erkrankung habe? Das geht ja alles gar nicht. Deshalb ist es besonders wichtig, dass diese Gesundheitsdaten geschützt sind und die ärztliche Schweigepflicht nicht verletzt wird. 

Aber wie ist es derzeit denn so bestellt mit dem Datenschutz?

Ein überaus interessantes YouTube Video, ansehen lohnt sich. Es ist von Martin Tschirsich.

 

„So sicher wie beim Online-Banking“: Die elektronische Patientenakte kommt – für alle. Plötzlich geht alles ganz schnell: Online-Behandlungen und elektronische Gesundheitsakten sind dieses Jahr für Millionen Krankenversicherte Wirklichkeit geworden. Zu einem hohen Preis: Bereits einfache Angriffe lassen das Sicherheitskonzept der Apps und Plattformen zusammenbrechen. Warum das so ist, welche kritischen Fehler Vivy & Co. gemacht haben und wie das möglicherweise verhindert werden kann, das soll dieser Vortrag zeigen – denn in spätestens drei Jahren sollen auch die Gesundheitsdaten aller übrigen Versicherten zentral gespeichert und online abrufbar sein. Die elektronische Gesundheitskarte ist gescheitert. Stattdessen kommt jetzt die elektronische Patientenakte: In spätestens drei Jahren sollen die Befunde, Diagnosen, Röntgenbilder und Rezepte aller gesetzlich Krankenversicherten online und zentral gespeichert verfügbar sein. Schon heute können Millionen Versicherte eine solche Lösung nutzen und, wie Gesundheitsminister Jens Spahn fordert, „auch auf Tablets und Smartphones auf ihre elektronische Patientenakte zugreifen“. Zeitgleich zur elektronischen Patientenakte steht die Onlinebehandlung vor der Tür: Das Fernbehandlungsverbot wurde vor wenigen Monaten gekippt, und schon heute können sich Millionen Versicherte ausschließlich online behandeln lassen. Nach Jahren des Wartens geht dabei alles ganz schnell. „Diese Maßnahmen dulden keinen Aufschub“, sagt Spahn. Und macht uns alle damit zu Beta-Testern in Sachen Gesundheit. Mit fatalen Folgen: Unsere streng vertraulichen Gesundheitsdaten liegen für alle sichtbar im Netz. In diesem Vortrag zeige ich an fünf konkreten Beispielen, welche fahrlässigen Entscheidungen die Online-Plattformen und Apps der Anbieter aus dem Bereich Gesundheitsakte und Telemedizin so angreifbar machen und demonstriere, wie einfach der massenhafte Zugriff auf unsere vertraulichen Gesundheitsdaten gelang. Zur Debatte steht, was angesichts dieser neuen alten Erkenntnisse zu tun ist – und was wir besser bleiben lassen.

Martin Tschirsich

 

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