Quälende Fragen von pflegende Angehörigen: Was ist wenn mir was passiert?

Viele insbesondere gesundheitlich eingeschränkte pflegende Angehörige machen sich Sorgen, was mit dem zu pflegenden Angehörigen passiert. Quälende Fragen kommen auf, wenn sie plötzlich selber schwer erkranken oder verunglücken. Pflegende Angehörige sind oft stärker und anders belastet als die Pflegeprofis.

 

Sprechen Sie pflegende Angehörige an

Oft mögen pflegende Angehörige nicht zugeben, dass sie überlastet sind. Sie verdrängen oder relativieren ihre eigenen Beschwerden. Sie wollen durch Stolz, Pflichtbewusstsein oder durch Schuld geprägtes Gefühl, alles alleine schaffen, keine Hilfe annehmen (Bruce et al. 2002). Gegenüber dem Hausarzt sind sie verschwiegen, der Pflegedienst, die Betreuungskraft merkt aber, dass etwas nicht stimmt. Der widerstrebenden Haltung gegenüber einem Gespräch über die Pflegesituation z.B. mit dem Hausarzt kann der Wunsch zugrunde liegen, Gefühlen von Trauer auszuweichen.

 

Notfall-Scheckkarte und Notfallliste

Die Unfallkasse in Nordrhein-Westfalen hat sich hierzu was einfallen lassen. Auf einer Notfall-Scheckkarte, die die pflegenden Angehörigen zusammen mit dem Personalausweis aufbewahren sollten, können Informationen vermerkt werden. Wer gepflegt wird, wer bei Bedarf schnellst möglichst zu informieren ist und wo sich eine Notfallcheckliste befindet.

Des Weiteren ist es möglich auf der Karte Angaben zu Erkrankungen und notwendigen Medikamenten der pflegenden Angehörigen selber zu machen. Auf einer Notfall-Checkliste ist Platz für ausführlichere Auskünfte über die pflegenden Angehörigen sowie pflege- und versorgungsrelevante Informationen.

Deshalb wäre es wichtig, wenn pflegende Angehörige eine Art Notfall-Scheckkarte bei sich tragen würden z.B. beim Personalausweis, um von Druck durch die Fragen: „Was passiert, wenn ich plötzlich zusammenbrechen und nicht mehr ansprechbar bin? Wer kümmert sich um meinen Partner der alleine zu Hause ist und versorgt werden muss?“ befreit zu werden.  Die Notfall-Scheckkarte enthält die Informationen, wer schnellstmöglich zu informieren ist und zeigt auf, wo die Notfallliste zu finden ist.

Die Notfallliste enthält u.a. Informationen darüber, für wen der pflegende Angehörige verantwortlich ist, z.B. Kinder oder Partner. Wer der Hausarzt der zu pflegenden Person ist, welcher Termin ansteht, z.B. Dialyse oder wer der ambulante Pflegedienst ist mit Telefonnummer, den es zu benachrichtigen gilt.

 

Vordrucke für eine Notfallkarte und Notfallcheckliste können bei der Unfallkasse in Nordrhein Westfalen heruntergeladen werden und müssen ggfs. modifiziert werden.

Eine schöne Idee, wie ich finde, auch für das Krankenhausentlassungsmanagement.

>>> hier gibt´s die Checklisten: http://www.gesundheitsdienstportal.de/pflegende-angehorige/aktivitaeten/projekte/neuheit-fur-pflege/

Stand: 21.3.2019

 

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